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Stress-Test am Augustinianum

Greven, 10.11.2020

Was Homeschooling bedeutet, wissen wir wohl alle aus der Erfahrung des Lockdowns im März diesen Jahres – mir jedenfalls ist klar, dass es sich nicht um Coronaferien handelt, sondern „Lernen zu Hause“ bedeutet

Am Augustinianum sollte ein plötzlich angesetzter Stress-Test in Echtzeit eine coronabedingte vollständige Schulschließung simulieren. Dazu sollten sich alle Schüler von Zuhause zur ersten Schulstunde in das Schulnetzwerk IServ einloggen.

07:40 Uhr
Ich sitze vor meinem Laptop und warte darauf, dass der Schulserver mir antwortet – vergebens und das bereits seit 10 Minuten.

Mit mir versuchen scheinbar alle 1500 Schüler und alle 100 Lehrkräfte des gesamten Gymnasiums gleichzeitig, den IServ-Server zu erreichen …

Eigentlich hätte ich es wissen müssen – meine Mutter hatte mich ja bereits am Vortag auf Probleme der Serverkapazitäten vorbereitet. Ich habe ihr aber nicht geglaubt – schließlich habe ich Erfahrung mit Videokonferenzen und weiß, dass meine Technik funktioniert.
Außerdem waren meine Eltern genervt durch die sehr kurzfristige Ankündigung des Tests.
Wegen der Betreuungspflicht muss von ihnen jemand da sein, wenn ich zuhause bin.

7:55 Uhr
Der Unterricht muss bereits begonnen haben – ich jedenfalls weiß es nicht – denn:….
der Server antwortet nicht!! Zwei Klassenkameraden rufen an und fragen, ob ich schon in der Videokonferenz bin. Ich verneine und frage mich, wieso überhaupt „schon“.

8:25 Uhr
Log-in-Seite erreicht – endlich: jetzt aber schnell … Benutzername und Passwort eingeben … uuuuund:
Auch wieder fehlgeschlagen!! Die Schulseite hat sich „aufgehängt“!!
Ich frage mich, wo „das Internet“ ist, wenn man’s mal braucht – obwohl ich vermute, dass „das Internet“ da gar nichts für kann.

8:35 Uhr
Immer noch nichts von der anderen Seite: Server antwortet nicht – Haaalloooooo?!
Eine der beiden Klassenkameraden von vorhin meldet sich, um mir mitzuteilen, dass er jetzt drin ist.
Ich bin frustriert! Ich dachte, bei dem Stress-Test ging es nicht um meine Nerven!

8:47 Uhr
Ich bin drin!!! Ich kann’s nicht fassen! Ich bin tatsächlich drin!
Ich freue mich, als ob ich noch nie im Internet gewesen wäre oder meine Klassenkameraden seit Tagen nicht mehr gesehen hätte.

Im Laufe des weiteren Vormittages lief das System so einigermaßen – von einigen Rückschlägen mal abgesehen.
Eine Videokonferenz ist und bleibt halt eine Videokonferenz, wer braucht da schon durchgängig einen Ton?! Und: Eine Schulstunde ohne Lehrer ist schon etwas Besonderes 😉

Fazit
Laut Information der Schule sollte es in der Übung darum gehen zu zeigen, was vielleicht nicht funktioniert oder schlecht laufen könnte- das jedenfalls ist gelungen.

PH [Peer Heimberg]

Kategorien: Schule

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