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SoWi Forum: Umgang mit Rechtspopulismus

Am Donnerstag, den 04.05.2017 fand in der Aula eine Podiumsdiskussion zum Thema „Umgang mit Rechtspopulismus“ statt. Neben den Sozialwissenschafts-Kursen der Jahrgangsstufe zehn und einigen Lehrern war auch der SoWi Leistungskurs der Stufe elf anwesend.

Zu Beginn hielt Herr Dr.Krobisch eine kleine Einführungsrede. In dieser erklärte er auch den Grund aus welchem die AfD nicht geladen war. Wie die Meisten wissen, haben auch wir an unserer Schule 17 Flüchtlinge und es gelte diese zu schützen, erläuterte unser Direktor. Laut ihm solle niemand unsere Schule betreten, der Schüler ausgrenzt.
Danach gab er das Wort weiter an den Moderator der Diskussion, Thomas Philipzen. Dieser hatte die Aufgabe die Veranstaltung mit gekonnten Überleitungen und etwas Humor zu begleiten. Zur Veranstaltung waren vier Redner geladen. In einer flotten Runde stellten sie sich vor. Gast Nummer eins war der Student und Autor Josef Kraft, in Co. Arbeit hat er schon ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Außerdem ist er ehemaliger Schüler unserer Schule. Der Zweite im Bunde ist Herrn Günter Benning gewesen, ein Redakteur der WN. Außerdem war Professor Dr. Schlipphok von der Uni Münster vor Ort. Als einzige Frau komplettierte Christina Möllers von der Villa Ten Hompel die Runde, sie ist Sozialpädagogin.

Auf Wunsch der Schüler gab es dieses Jahr außerdem eine Neuerung: Zwei Schülerinnen des Leistungskurses saßen im Hintergrund und trugen die Aufgabe der „Zeitnehmer“, Zog sich das Gespräch zu sehr in die Länge, durften sie mit Schwung den Gong betätigen, um die Teilnehmer daran zu erinnern, dass das Publikum mit dem Thema abgeschlossen hatte.
Im Laufe des Nachmittags wurde aber nur ein einziges Mal vom Gong Gebrauch gemacht. Zur besseren Gestaltung des Nachmittags wurde die Diskussion in drei Blöcke eingeteilt: Die ersten Beiden befassten sich mit den Themen Ursachen und Gefahren von Rechtspopulismus, beide sollten jeweils eine viertel Stunde einnehmen. Der letzte Block zum Thema Umgang war für 40 Minuten eingeplant.

Wie es aber in angeregten Diskussionen oft so ist wurde auch an diesem Tag das Zeitfenster etwas flexibler behandelt. Die Gestaltung der Diskussion wurde unter anderem auch vom Leistungskurs übernommen. Einige Schüler hatten interessante und unterschiedliche Fragen vorbereitet, die sie dann im Laufe des Gesprächs stellten. Diese Fragen beschäftigten sich mit Problemen oder Themen, über die auch viele von uns das ein oder andere Mal nachgedacht haben.
So konnte zum Beispiel festgestellt werden, warum die AfD so ,,stark“ sei. Dabei gaben die Gastredner an, dass die AfD entgegen des weit verbreiteten Glaubens gar nicht so stark sei. Sie habe einzig und allein eine starke Präsenz in den Medien. Diese käme auch durch die extremen Programmpunkte und Äußerungen verschiedener AfD Mitglieder. Außerdem sei es ein Irrtum, dass diese stärker würde, denn Rechtspopulismus gab es schon immer und das nicht nur in Deutschland.
Während der Veranstaltung wurden aber nicht nur Fragen geklärt, es wurden auch Klischees besprochen und richtiggestellt. Wie stellt man sich einen AfD-Wähler vor, zum Beispiel. Die Meisten würden wahrscheinlich antworten, dass jeder Wähler dieser Partei ungebildet sei und ein klassischer „Vorstadt Asi“, dem ist aber eben nicht so. Die These der Experten lautet: Wer die AfD wählt, ist unzufrieden und fürchtet die Konkurrenz. Manche wählen so aus Rebellion, einfach um zu zeigen, dass sie sowohl mit der SPD, als auch mit der CDU (oder anderen Parteien) unzufrieden sind. Andere wählen, weil sie um ihre Existenz fürchten und glauben, den sozialen Abstieg so verhindern zu können.
Das Thema Medien spielte während der Unterhaltung ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Meldungen würden durch diese dramatisiert, stellte WN Redakteur Benning fest. Man solle als Beispiel die N24 Untertitel nehmen, war sein Kommentar dazu. Und auch die Verkürzung der Nachrichten durch die sozialen Medien stelle ein Problem dar (Facebook an dieser Stelle sein Beispiel), da nicht alle Information weitergeleitet würde. Wer Sicherheit will, so Frau Möllers, der solle verschiedene Quellen vergleichen und sich multimedial informieren. In Diskussionen ist es wichtig korrekte und konkrete Informationen zu haben, daher sollte man bloß nicht alles glauben, was man liest.

Zum Ende der Veranstaltung wurde auch das Publikum mit einbezogen. Moderator Thomas Philipzen ging durch die Reihen der Zuschauer, auf der Suche nach Leuten, die er befragen konnte. Sein erster Auserwählter war Herr Dr. Kinkelbur.
Auf die Frage, ob er Lehrer sei, antwortete er widerwillig mit: „Ja, leider!“. Die Schülerschaft reagierte mit einem lauten Klatschen. Aber auch wir kamen nicht davon. Als Herrn Philipzen einen Schüler mit der Frage, ob wir diskutieren können, konfrontiert, antwortete dieser achselzuckend: „Keine Ahnung“. Selbst als der Moderator nachbohrte, schien der Schüler nicht befähigt, eine Antwort zu geben. Dies lies Herrn Philipzen zu der Frage kommen, ob der Schüler überhaupt wisse, auf welche Schule er gehe. Lautes Lachen bewies, dass das Publikum amüsiert war.
Als der Moderator aufs Podium zurückkehrte, neigte die Veranstaltung sich langsam dem Ende zu. Die vier Teilnehmer wurden abschließend gebeten, ein Fazit zu ziehen und uns Schülern etwas mit auf den Weg zu geben. Sie waren sich alle einig und ergänzten sich, so dass am Ende mitzunehmen ist, dass man immer im Gespräch bleiben soll. Sich informieren und mit Freunden oder Bekannten diskutieren, kann einen oftmals weiterbringen. Auch wichtig sei es, sich zu fragen, wo unsere Gesellschaft überhaupt hinsoll. Klarheit und Vielfältigkeit führen zum Ziel. Professor Schlipphok stellte an dieser Stelle fest, dass sich informieren nicht heißt, einfach zu gucken, was der Wahl-O-Mat einem vorschlägt, sondern dass man vor allem in der Politik selber denken solle. Aber nicht nur während der Wahlperioden ist es wichtig, aktiv zu sein, auch wenn keine Wahlen anstehen, kann man sich immer noch vielseitig engagieren und für seine Meinung einstehen. Demokratie ist wie ein „zartes Pflänzchen“, sie muss jeden Tag gehegt und gepflegt werden.

 

Artikel von: Laura Hülsken feat. Joe Kryszat

Kategorien: Events, GAGpolit, Greven, Medien, Schule

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