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Suicide Squad in der [humorvollen] Kritik!

Beschreibung: Film (2016), DC

Amanda Waller stellt für die US-Regierung ein Team zusammen, das bei hochriskanten Aufträgen ohne Rücksicht auf Verluste eingesetzt werden soll und deshalb aus gefährlichen Verbrechern besteht: der gestörten Harley Quinn; dem Profikiller Deadshot; dem pyrokinetischen Ex-Gangster El Diablo; dem Dieb Captain Boomerang; dem kannibalischen Killer Croc; und dem Söldner Slipknot. Alle werden aus dem Gefängnis Belle Reve rekrutiert, unter das Kommando von Oberst Rick Flag gestellt und mit einem explosiven Nano-Implantat versehen, durch das sie bei Ungehorsam getötet werden können.

Es wird gezeigt, wie Amanda Waller versucht irgendeinen Typen vom Staat zu überzeugen, die Suicide Squad, bestehend aus mehreren bösen, bösen Verbrechern zu gründen. Und wie in den Western aus den 60er Jahren darf natürlich jedes Mitglied dieser zu gründenden Gruppe in einer kurzen Märchenstunde vorgestellt werden, mit Namen und all dem.
Harley Quinn bekommt da natürlich eine Extrawurst, weil… weil… Harley Quinn halt. Warum auch immer ist ihre Erzählung wesentlich länger als die der Anderen, man könnte Killer Croc beinahe schon als muskulösen Pappaufsteller abtun. Und Captain Boomerang, der ist schließlich nur da, um zu unterhalten… was er nicht tut.

Daraufhin folgt viel Gerede und Rar machen von Seite der Gangster aus. El Diablo hat von mir gleich den Stempel „Depressiver Knacki“ bekommen, Captain Boomerang den „Nehmt-mich-ernst-ich-habe-einen-Boomerang!“- Stempel und Rick Flag ist einfach der Typ, der allen auf die Nerven geht.
Interessant wird es, wenn Dr. June Moone bzw Enchantress auftritt. Sie wird im Laufe des Films die Antagonisten-Rolle einnehmen, gespielt wird sie von Cara Delevigne.

Sie ist aufgrund eines mysteriösen Fundes zu einer Hexe namens Enchantress geworden, und diese Hexe erkämpft sich ab und an die Oberhand. Rick und June sind übrigens in Love, weshalb Rick später den Helden spielen darf um seine June zu retten… mehr oder weniger.
Auf jeden Fall gewinnt diese Enchantress mit ihrem schicken Charakterdesign die Oberhand und erweckt in einem zufälligen Passanten ihren mächtigen Bruder wieder, der viel stärker als sie zu sein scheint. Und dieser böse, böse Bruder macht erstmal ganz schön viel Ärger.
Um die Einzelheiten jetzt mal auszulassen: Enchrantress und ihr Bruder sind zusammen voll stark, weshalb sie die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche legen, eine Art schwebender Ring aus Schrott erbauen und ihre eigene kleine Armee aus den ganzen Passanten machen. Natürlich mit dem Ziel die Welt zu unterjochen!

Na, was erwartet ihr? In Comics und deren Verfilmungen ist es doch eh immer das Gleiche.

Das Team Suicide Squad wird gegründet, alle dürfen erstmal ihre tollen Kräfte und Outfits zeigen. Wo sind wir – in einer Teeniekomödie? Aber okay, übersehen wir das mal. Oder auch nicht. Die ominöse Katana tritt auf den Plan, begleitet von einem mystisches Samurai-Schwert und dient Flag als Bodyguard. Also ihr Costumebuilding ist ja mal richtig miserabel, und ja, auch  bei ihr könnte ich das Schild „Pappaufsteller“ umhängen.

Während Slipknot bei seinem Fluchtversuch durch das Bombenimplantat getötet wird (er war ebenfalls ein Pappaufsteller der ersten Klasse), gelingt es Harley in einem vom Joker gekaperten Helikopter zu entkommen.  Der Helikopter stürzt ab, die überaus aufgesetzte Harley überlebt.
Und jetzt komme ich mal zu dem Punkt, an dem ich mich über die Rolle der Harley Quinn aufregen möchte…
Eine Psychologin, die so krass in den Joker verliebt ist, und ihm deshalb zur Flucht (mit einem Maschinengewehr!) verhilft und einen völligen Wechsel, ohne mit der Wimper zu zucken, durchläuft? Waaaaaaas? (Ja, der Buchstabe A ist in diesem Review ein Rudeltier.)
Harleys Umsetzung ist sowas von aufgesetzt, dass es bald schon absurd wirkt, wie sie wirklich alles für den Joker macht und hinnimmt. Ich meine, die Frau musste doch irgendwas in ihrem Schädel gehabt haben, wenn sie vorher Psychologin war! Und das sagt übrigens auch Wikipedia: „Harleen Quinzel war eine ehrgeizige und hochintelligente, aber faule und leichtsinnige junge Psychiaterin, die weniger dank ihrer Leistungen, sondern vor allem durch die Verführung ihrer Dozenten einen glänzenden College-Abschluss mit Auszeichnungen erhielt.“
Und wieso muss sie in einem so kurzen Höschen rumlaufen? Oh man, manchmal überragen die Fantasien der Comiczeichner selbst meine Weltanschauung.

Genauso könnte ich mich auch über den Joker auslassen: Seit wann ist der ein böser, böser Mafiaboss? Und was läuft – mal so ganz generell betrachtet – bei dem neuen Costumebuilding falsch? Genauso wie die meisten Zuschauer, finde ich den neuen Joker, alias Jared Leto, nicht gerade überzeugend.

Aber zurück zum Film.

Den Gehilfen der Enchantress gelingt es, Waller zu entführen. Daraufhin entlässt Flag das Team aus ihrem Auftrag, weil plötzlich alles so aussichtslos scheint, seine ach so große Liebe zu retten. Suicide Squad folgt ihm dennoch (die Geschichte kann hier ja nicht einfach enden, wäre ja auch gelacht) und spüren Enchantress und Waller in einem überfluteten U-Bahnhof auf. Es folgt nun der finale Bosskampf, wie es in einem Videospiel so schön heißen würde.
Unser Team, bewaffnet mit einem Boomerang, einem Krokodil-Hulk, einem Baseballschläger, einem magischen Katana und ein paar Pistolen… Moment, die wollen mit den Dingern gewinnen? Ja, natürlich wollen sie das – sie sind ja auch voll speschöl™, weshalb Harley mit ihrem speschöl™  Baseballschläger einige Gegner fertig macht und Mister Boomerang (auch voll speschöl™ ) darf natürlich auch ein bis zwei abmurksen.
Immerhin kommen sie mit ihren lächerlichen Waffen nicht gegen die Hexe Enchantress und ihrem voll starken Bruder an, ansonsten hätte ich wirklich die (bereits auf null gesunkene) Hoffnung verloren.

Aber mal ganz ehrlich – was treibt denn unser Batman zu der Zeit, dass der nicht bemerkt, dass so eine verrückte Hexe seine Stadt in Schutt und Asche legt; wo bleibt unser vom Blitz getroffener Barry alias The Flash oder unser nicht arroganter Arrow? Machen die Urlaub auf den Bahamas, oder was? Ach pardon, das ist ja der Film von den Ex-Knackis, denen darf ja nicht die Show gestohlen werden.

Nachdem die Hoffnung (im Film wohlgemerkt) fast erloschen schien, tritt unser voll depressiver El Diabolo auf und mutiert einfach mal so mit seinen speschöl™  Fähigkeiten zu … Ghost Rider? Nein, es soll Satan darstellen. Obwohl er dem Ghost Rider schon ähnlich sieht, sein Setting ist an dieser Stelle ausnahmsweise mal gelungen. Liegt an dem Ghost Rider, nicht an DC.
Er besiegt Enchantress‘ Bruder Incubus mit hilfe einer Bombe, wobei unser Ghost Ri-, ich meinte natürlich El Diabolo, sich selbst opfert. Ein Pappaufsteller weniger.
Im Kampf gegen Enchantress hingegen unterliegt die Suicide Squad. Wäre ja auch absurd gewesen, wenn nicht. Und weil unsere Hexe voll böse, aber gnädig zugleich ist, fordert sie das Team ein letztes Mal auf sich zu ergeben und sich ihr anzuschließen. Harley nähert sich ihr an, allerdings nur, um ihr das Herz herauszuschneiden. Was auch überraschender Weise klappt, an dieser Stelle bekommt Harley einen Stern auf meinem Gute-Nudel-Brett, da ich tatsächlich so naiv war für einen Moment zu glauben, sie wolle sich ihr wirklich anschließen.
Killer Croc wirft Sprengstoff in die weltzerstörende Waffe der Enchantress und Deadshot bringt diese mit einem Schuss zur Implosion. Flag ergreift das herausgetrennte Herz der Enchantress, zerreißt es und befreit dadurch seine allerliebste June.

Nachdem sie ihre Mission somit erfolgreich ausgeführt haben, erhalten die Squad-Mitglieder Haftverkürzung und weitere Privilegien. Zurückgekehrt ins Gefängnis Belle Reve wird Harley vom Joker befreit, der den Hubschrauberabsturz offensichtlich überlebt hat. Er ist schließlich der Böse, also bitte.
In einer Mid-Credit-Szene ist dann Bruce Wayne zu sehen, wie er mit Amanda Waller über die Gründung der Justice League spricht und droht, in Zukunft die Aufgaben Wallers zu übernehmen.

Das ist das Ende des durchaus nicht berührenden, nicht sonderlich spannenden Films, und ich rieche bereits eine Fortsetzung.

Ich wusste ja, dass der Film mies sein sollte. Wieder mal wurde ich von meinen guten Hoffnungen enttäuscht, gesehen sollte man den Film aber schon haben. Einfach aus dem Grund, um auch sagen zu können, dass man sich einmal im Leben einen DC Film gegeben hat. Macht sich bestimmt gut im Lebenslauf!

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Jasmin Kreilmann

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Kategorien: Medien

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